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Electronics Workbench wiederentdeckt

Oktober 2020: Als ich damals ™ in der Ausbildung zum Radio-/Fernsehtechniker zum ersten Mal das Programm „Electronics Workbench“ sah, war ich hellauf begeistert. Man kann mit diesem Tool eine Schaltung zeichnen und simulieren. Zudem ist es möglich, Messgeräte in der Schaltung anzuschließen und sich in „Echtzeit“ 😉 die Messgrößen anzeigen zu lassen. Für Ausbildungszwecke ist das ein tolles Stück Software. Jetzt ist leider die 3,5″ Diskette schon nach 20+ Jahren nicht mehr lesbar und die Software lässt sich nicht mehr installieren.

Eine Suche im Internet brachte natürlich zunächst die üblichen Verdächtigen zutage. Allerlei Varianten der Software Spice und sündhaft teure Simulationssoftware für den industriellen Einsatz. Allerdings bin ich auch über das Internet-Archiv Archive.org gestolpert, in dem die Software in der Version 5.12 frei zum Download angeboten wird. Ob die Software für große Projekte wirklich geeignet ist, mag dahin gestellt sein. Für Demo- und Ausbildungszwecke ist sie aber auf jeden Fall immer noch sehr hilfreich.

ewb electronics workbench

Dump 1090

April 2020: Zugegeben, es gibt bessere Zeiten um sich mit Dump1090 zu beschäftigen. Der Himmel über Deutschland ist im Moment wie leer gefegt. Dieses Programm erlaubt es, Signale der Transponder von Flugzeugen zu empfangen und decodieren. Diese werden auf 1090 MHz ausgesendet. Als Empfänger dient ein einfacher DVB-T USB Stick mit RTL2832 Chipsatz. Das Programm bringt auch einen Webserver mit, der die erkannten Flugzeuge auf einer Karte darstellt:

Auf meinem Ubuntu Notebook musste ich nur die LibSdr nachinstallieren und konnte dann sofort Dump1090 starten:

$ sudo apt-get install librtlsdr*
$ ./dump1090 --interactive --net

Bei der Suche nach einer Datenbank bin ich auf das Opensky-Network gestoßen. Die Abdeckung ist zwar nicht so gut wie bei FlightRadar24, aber man kann anhand der Hex-ID herausfinden, was für ein Luftfahrzeug man da gerade „auf dem Radar“ hat.

HAMNET

März 2020: Die ersten Sonnenstrahlen haben mich auf das Dach getrieben um erneut zu versuchen, den HAMNET-Einstieg auf dem Süntel zu erreichen. Der erste Versuch mit einem Stativ ist leider fehlgeschlagen. Jetzt habe ich mir die Zeit genommen, den Spiegel einmal direkt am Mast zu montieren.

Obwohl die Sichtverbindung durch ein Hochhaus in ca. 500m Entfernung blockiert ist, kommt trotzdem eine Verbindung über ca. 22km zustande. Zunächst mit nur 3dB Signal-Rauschabstand. Nachdem auf dem Süntel nachgestellt wurde, mit ca. 12dB.

Nun kann ich auch endlich meinen DMR HotSpot mit dem Brandmeister Master im HAMNET verbinden und DMR Betrieb (zumindest auf meiner Seite) ohne Internet realisieren.

DMR HotSpot

November 2019: Ein eigenes „DMR-Relais“ ist bestimmt eine feine Sache. Am Markt gibt es diverse Angebote. Komplett fertige Hotspots oder mit dem DVMEGA Erweiterungen für den Raspberry Pi. Zusammen mit dem Image von Pi-Star lässt sich in recht kurzer Zeit eine eigene DMR-Zelle bauen. Die Platine des DVMEGA wird einfach auf den Raspi drauf gesteckt.
Nach dem starten des Pi-Star Images müssen nur noch ein paar Einstellungen für DMR vorgenommen werden:

Dann erscheint der HotSpot auch im Brandmeister Dashboard. Nachdem das richtige Passwort für den HotSpot im Dashboard und auf dem Hotti konfiguriert wurden, muss nur noch der Codeplug für das DMR Funkgerät angepasst werden.

Allround Empfänger

Oktober 2018: Für unseren Schnupperkurs Amateurfunk wollte ich den Teilnehmern auch etwas zeigen, dass sie zuhause nachbauen dürfen. DVB-T USB Stickt mit RTL2832 Chipsatz werden gerne als SDR Empfänger eingesetzt. Programme wie Gnu Radio oder das darauf basierende GQRX lassen einen schnellen und unkomplizierten Einstieg zu. Die USB Sticks gibt es schon für ca. 12,- €.
Dafür darf man aber auch keine Hochleistungsempfänger erwarten. Zum Vorzeigen ist es aber allemal ausreichend.

GQRX

Upgrade der 2m / 70cm Antenne

Nach dem Umzug hatte ich erst einmal andere Prioritäten und musste zunächst mit dem vorhandenen Material wieder QRV werden. Die X-30 für 2m und 70cm machte schon einen guten Job. Mit den ca. 25m RG58 war ich allerdings nicht wirklich glücklich. Jetzt kommt das Upgrade auf eine X-200 und das RG58 hat ebenfalls ausgedient. Aircell 7 soll es nun sein. Gewinne und Verluste aus den diversen Datenblättern sehen so aus:

X-30 X300
Gewinn 2m 3 dB 6 dB
Gewinn 70cm 5,5 dB 8 dB

Leider fehlt die Angabe, ob es sich um Gewinn über Dipol (dBd) oder isotropen Kugelstrahler (dBi) handelt. Meistens kann man jedoch davon ausgehen, dass ohne Angabe der Gewinn auf den Dipol bezogen ist. Für das 25m Kabel ergeben sich diese Werte:

RG58 Aircell 7
Dämpfung 2m 4,5 dB 2 dB
Dämpfung 70cm 8,3 dB 3,8 dB

Damit ergibt sich theoretisch eine Verbesserung des Systems wie folgt:

Gewinn
2m 5,5 dB
70cm 7 dB

Aber grau ist alle Theorie. Ich habe mir vor und nach dem Umbau einmal ein paar Werte der umliegenden Relais notiert und muss sagen, der Umbau hat sich wirklich gelohnt:

X-30 / RG58 X-200 / Aircell 7
DB0RH (145,700) S 5 S 8
DB0ROD (439,300) S 6 S 9+20
DB0BI (439,250) S 7 S 9+10

Einstieg in DMR

Mai 2018: Das Thema „Digitaler Sprechfunk“ interessiert mich schon eine Weile. Jetzt wage ich den Einstieg, mit dem Anytone D868UV. Der erste Schritt ist die Registrierung einer ID. Die Gräte senden diese ID mit aus. Damit es da nicht zu einem Durcheinander kommt, haben Funkamateure das weltweit geregelt. Hier kann man sich registrieren.
Sobald das Gerät angekommen ist, will zunächst ein sogenanntes Codeplug programmiert werden. Das enthält alle Einstellungen für das Gerät. Die Software ist dabei, kann aber auch beim Hersteller heruntergeladen werden. Erklärungen dazu finden sich im Internet. Je nachdem wie verbreitet das eigene Gerät ist, findet man schnell Beispiele, die man an die eigenen Bedürfnisse anpassen kann. Aus Rinteln kann man die DMR Relais DB0OBO, DO0WT und DB0ROD gut erreichen.

FA-PA50

April 2016: Passend zu meinem FA-SDR bietet der Funkamateur Verlag auch einen Bausatz für eine Endstufe an. Der Bausatz verstärkt bis 13dB und liefert max. 50 Watt Ausgangsleistung. Das eine Watt aus dem FA-SDR ist doch recht mager. Daher lohnt sich hoffentlich die Anschaffung. Der Bau zog sich leider über ein Jahr hin, was im Wesentlichen am Zeitmangel lag. Die Baumappe beschreibt den Aufbau sehr gut. Angefangen wird mit der Steuerplatine, die auch alle Bedienelemente aufnimmt. Fertig bestückt sieht das so aus:

Hält man sich an die Baumappe, wird als nächstes die Tiefpassplatine aufgebaut. Ringkerne wickeln kann schon recht lästig sein, aber das Ergebnis sieht so aus:

Nachdem Aufbau erfolgt der Abgleich der Anpassung und der Dämpfung. Das ging mit dem miniVNA recht gut. Hier beispielhaft die Messergebnisse für das 10m Band im Durchgang (S21).

Fertig aufgebaut, neben dem FA-SDR:

FA-SDR

November 2012: Der Funkamateur Verlag bietet einen Bausatz für einen sog. SDR Transceiver an. Das ist ein „Software Defined Radio“. Hier werden wesentliche Funktionen, die früher mit elektronischen Schaltungen realisiert wurden, in Software abgebildet. Modulation und Demodulation übernimmt die Software. Damit sind die zur Verfügung stehenden Modulationsarten nicht mehr von der Hardware abhängig. Das erste Gerät dieser Art ist mir 2007 an der Clubstation in der Akademie der Deutschen Flugsicherung untergekommen. Es war ein FlexRadio 1000. Seit dem finde ich das Konzept spannend und wollte selbst ein Gerät der Art haben. Der Bausatz wird mit einer sehr guten Bauanleitung geliefert. Einzig, das Wickeln der Spulen nervt. Aber da muss man halt durch. Der Bausatz besteht aus dem Gehäuse, der Hauptpaltine, der „Endstufenplatine“ und der Oszillatorplatine. Das Endstufenmodul ist optional. Ohne würde der SDR allerdings nur 100mW Ausgangsleistung liefern, mit 1 Watt. Naja, besser als nix.
Bedient wird das Gerät nahezu vollständig über eine Software am PC:

Erstaunlich, was mit einem Watt Ausgangsleistung alles machbar ist:

Über DG8OBN

Ich wurde durch den CB-Funk vom HF-Virus infiziert. Damals waren auch diverse Funkamateure auf 11m QRV, die die Begeisterung für den Amateurfunk geweckt haben. Zu Beginn meiner Ausbildung zum Radio-/Fernsehtechniker 1994, habe ich dann die die Amateurfunkprüfung abgelegt. Nach dem Studium der Elektrotechnik war ich zunächst als Kalibrieringenieur tätig. Jetzt verdiene ich meine Brötchen in der IT eines Mittelständlers der Elektroindustrie.
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